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Underdark

Ein Bericht von Schwester Doarah, geschrieben am 9. November im Jahre 2010 des Herrn.

Ich muss gestehen, die Gegend in der wir uns jetzt befinden entspricht, ich möchte fast sagen zum Glück, nicht den Vorstellungen die ich mir vom Underdark gemacht hatte. Natürlich gibt es hier viel Böses, aber die meisten der Bewohner dieses unterirdischen Reiches scheinen eher darauf bedacht, in Frieden gelassen zu werden, als uns anzugreifen. Nun, ganz so friedlich ist es hier nun auch wieder nicht. Allerdings bringt mich diese Auseinandersetzung dem Weiterkommen beim Orden wieder ein Stück näher, so dass alles doch auch einen guten Aspekt hat. Aber der Reihe nach:
Es gelang uns tatsächlich an dem magischen Knoten ein Portal zu öffnen und allsbald fanden wir uns in einer gigantischen Höhle wieder, so groß, dass ihre wahren Ausmaße im Dunst verborgen blieben. Von dem YuanTi jedoch war keine Spur zu sehen. Am Rande eines Sees trafen wir stattdessen einen Zwergenhändler, der uns den Weg zu einer Stadt wies und uns den Rat gab, dort mir einem bestimmten Mann in der Taverne zu reden. Auf dem Weg dorthin, der uns am See entlang führte wurden wir plötzlich von einem Wesen aus den Tiefen des Wassers angegriffen. Nur mit Mühe gelang es uns, den Angriff abzuwehren und dem Wesen zu entkommen.
Als wir die Tore der Stadt erreichten, eine verlassene Drow Stadt, wie wir erfahren hatten, bot sich uns ein seltsamer Anblick. Die ganze Stadt schien um einen Stalagmiten unfassbarer Größe gebaut zu sein, der Stalagmit selbst war von innen ausgehöhlt, wie ein riesenhafter Turm. Als wir die Stadt betreten wollten wurden wir von Drow-Wachen aufgehalten, die einen Kampf mit uns provozierten. Die restlichen Bewohner der Stadt schien das jedoch nicht weiter zu interessieren, so dass wir nachdem wir die Wachen getötet hatten ungehindert die Stadt betraten. Auch das Wirtshaus und den mysteriösen Mann, dessen Gesicht stets unter der Kapuze verborgen blieb und der die Fäden in dieser Stadt in der Hand zu halten scheint fanden wir ohne Zwischenfälle.
Er meinte, dass er sich nach dem YuanTi umhören würde, wenn wir ihm ein paar kleine Gefallen erwiesen. Wohl war mir nicht bei dem Gedanken, aber wir hatten ja keine große Wahl. Sein erster Auftrag führte uns zu einer Insel auf dem See. Wir sollten ihm von dort bestimmte Heilpilze bringen, da eine magische Krankheit diese Stadt in ihrem Würgegriff hält. Eine Krankheit, die die Leute erst schwächt und dann zu seelenlosen Geisterwesen macht, die die Krankeit weitertragen. Eigentlich eine noble Aufgabe, allerdings hatte ich das Gefühl, dass er uns nicht alles sagte. Seine Begründung, warum niemand sonst diese Insel betreten könnte schien mir etwas dünn. Er meine, dass die Bewohner des Underdark im Gegensatz zu uns gegen bestimmte Pflanzen auf dieser Insel allergisch wären.
Auf unserem Weg wurde Halfen jedoch von einem der Geisterwesen angegriffen und vergiftet. Wir versuchten auf dem Markt ein Heilmittel zu finden, mussten aber feststellen, dass so etwas nur zu horrenden Preisen, die wir niemals hätten aufbringen können zu erhalten ist. Wie es Halfen trotzdem gelang an einen Heiltrank zu kommen, will ich besser gar nicht wissen.
Wir beschlossen uns noch einen Tag Ruhe zu gönnen, bis der Halbling sich etwas erholt hätte und ich bat die Göttin, mir die Fähigkeit zu geben, in Zukunft meine Gefährten von einer solchen Krankheit zu heilen. Am nächsten Tag erreichten wir die Anlegestelle ohne weitere Probleme. Dort allerdings wurden wir von Mitgliedern der Asassinengilde angegriffen. Wir konnten ihnen nicht auf friedliche Art klar machen, dass wir nur zeitweilig eines der Boote ausleihen wollten und waren schließlich gezwungen, uns unserer Haut zu erwehren. Die nächste Schwierigkeit bestand darin, Ibn dazu zu bewegen, ins Boot zu steigen.
Auf der Insel angekommen, fanden wir einen wahren Wald von mannshohen Pilzen vor. Keloan sorgte dafür, dass ein Teil der giftigen Pilze aufhörte, ihren Pollen zu verteilen und wir schlugen uns durch das Pilzdickicht bis zu einer Lichtung auf der mitte der Insel vor, wo wir die gesuchten Heilpilze entdeckten. Plötzlich jedoch wurden wir von unsichtbaren Wesen angegriffen, die Ibn und den Halbling schwer verletzten. Als es uns endlich gelang eines davon auszuschalten, entdeckten wir, dass es sich dabei um riesige Pilze handelte. Zu unserer allgemeinen erleichterung ergriff das zweite Wesen die Flucht, denn lange hätten wir wohl nicht mehr dagegen halten können. Während ich meine Gefährten versorgte, kümmerte sich Keloan darum, die Heilpilze einzusammeln. Sobald wir damit fertig waren vierließen wir die Insel, da wir kein weiteres Zusammentreffen mit den Pilzriesen riskieren wollten und uns die giftigend Pilzsporen zunehmend zu schaffen machten.
Wieder am Kai der Stadt angekommen wurden wir erneut von einem ganzen Trupp Asassinen angegriffen. Nur durch viel Glück und einen geschickt eingesetzten Feuerzauber Erlecs, der seither über Kopfschmerzen klagt gelang es uns uns zu verteidigen. Völlig erschöpft zogen wir uns in die Tverne zurück, wo Keloan und ich, die Wunden der Gruppe versorgten.
Am nächsten Morgen ging es allen wieder gut genug um uns an den zweiten Auftrag zu machen. Wir sollten in einen geheimen Unterschlupf einer Priesterin der Assasinen eindringen und diese töten. Keloan zeigte darüber großte moralische Bedenken, aber nach dem, was ich von der Asassinengilde miterlebt hatte, stand es für mich außer Zweifel, dass es gut wäre diese Priesterin zu stoppen. Unser Auftaggeber hatte uns sehr genau beschrieben, wie wir den Eingang finden könnten, der in einer alten Gerberei versteckt war. Auf dem Weg dorthin wurden wir jedoch erneut von einem der Schatten angegriffen und owohl wir ihn vernichten konnten, wurde Ibn mit der Krankheit infiziert. Es gelang mir jedoch mit Hilfe der Göttin den bösen Hauch auszutreiben, so dass wir den Weg fortsetzen konnten. Auch Halfen infizierte sich ein weiteres Mal, als er einem Verrückten zu nahe kam, der in der Gereberei seinen Unterschlupf genommen hatte und der, owohl selbst kein Geist, den Krankheitsfunken in sich trug. Auch hier rettete uns der Beistand Schichasans.
Ein langer Gang führte uns zu einer Geheimtür, hinter der sich nach unseren Informationen der Eingang befand. Nach vielen vergeblichen Versuchen Halfens das Schloss zu öffnen, sahen wir uns schließlich gezwungen die Türe aufzubrechen. Der Raum dahinter war eine schrecklich anzusehende Folterkammer. Ein paar kleine Kobode waren in Käfigen zu sehen, ein Koboldfrau auf einem Altar festgebunden. Natürlich war unser Eindringen nicht unbemerkt geblieben und die Priesterin stellte sich uns mit einem weiteren Drow entgegen. Sie machten sich unser erstes Entsetzen zu nutze um uns in einem magische Spinnennetz zu fangen und uns mit einem Zauber am Sprechen zu hindern. Zum Glück konnten sich Erlec und Keloan letzterem Zauber widersetzen, während ich stumm und tatenlos zusehen musste, wie die beiden die magischen Angriffe der Prieseterin und des anderen Zauberers abwehrten und ihrerseits versuchten, die beiden zu vernichten. Auch unsere Kämpfer konnten nich helfen, da sie entweder selbst im Spinnennetz gefangen waren, oder nicht an denen vorbeikamen, die den Eingang blockierten. Erst nach und nach, gelang es uns anderen, uns zu befreien und ebenfalls ins Kampfgeschehen einzugreifen. Schließlich konnten wir die beiden aber doch überwinden. Nachdem die schlimmsten Wunden versorgt waren, lies ich die Kobolde laufen. Auch wenn sie nicht zu den Kreaturen des Lichts gehören mögen, hätten sie so ein Schicksal, wie die Priesterin für sie vorgesehen hatte, wohl kaum verdient. Das Ammulet der Prieserin nahm ich an mich. Zum einen konnten wir damit zeigen, dass wir unseren Auftrag ausgeführt hatten, zum Anderen wird es mir helfen, den Orden von meinem Vorankommen zu überzeugen.
Da bald darauf hinter den Wänden aufgeregte Stimmen zu hören waren, verliesen wir die Kammer auf dem selben Weg, auf dem wir gekommen waren. Der Rückweg zur Taverne brachte keine neuen Probleme. Nun sind wir hier und warten. Unser mysteriöser Freund hat uns versprochen bis morgen Mittag Informationen für uns zu haben. Ich hoffe, dass wir all die s nicht umsonst auf uns genommen haben. Wobei ich doch zugeben muss dass beide Aufgaben einen guten Kern hatten.
Dies soll erst einmal der Bericht für heute sein. Ich werde mich jetzt zu den anderen begeben und versuchen mich bei einem Glas Met zu entspannen. Vielleicht werde ich auch mal ein paar Worte mit Minzen reden, der die letzten Tage noch mürrischer als sonst war. Vielleicht plagen ihn ja immer noch seine Kopfschmerzen.

Die Krypta

Ein Bericht von Schwester Doarah, geschrieben am 9. Mai im Jahre 2008 des Herrn.

Heute muss ich mich kurz fassen, wenn ich überhaupt noch etwas Schlaf bekommen möchte. Auch wenn dies nicht der angenehmste Lagerplatz ist, sollte ich dennoch ein wenig ruhen und die Göttin darum bitten, mir von Neuem ihre Energien zu gewähren.

Als wir heute Mittag zu den anderen stießen waren diese bereits in die Krypta eingedrungen, das einzige Gebäude des Herrenhauses, das nicht bis auf die Grundmauern abgebrannt ist. Meine ganze Aufmerksamkeit richtete sich sofort auf einen schwer verwundeten Zwerg, von dem es sich wenig später herausstellte, dass es sich dabei um Johannes Schnellfuß handelte. Deshalb kann ich auch wenig darüber erzählen, was die anderen in den Räumen der Krypta vorfanden. Nur so viel: Alle Abenteuerer bis auf Schnellfuß scheinen den Tod gefunden zu haben, aber auch einige der Banditen sind in die unteren Ebenen eingegangen.

Durch die Gnade der Göttin gelang es mir, dem Zwerg die Lebenskräfte zurückzugeben, er konnte uns aber nicht viel mehr berichten, als dass die Banditen durch einen als Sarkophag getarnten Eingang tiefer in die Krypta eingedrungen seinen und dass es sich bei ihrem Anführer um einen Yuan-Ti gehandelt habe. Obwohl es ihm sein Zustand sicherlich erlaubt hätte, entschloss sich Schnellfuß nicht mit uns zu kommen, sondern ins Dorf zurückzukehren um dort von den Vorkommnissen im Herrenhaus zu berichten.

Wir hingegen machten uns an die Verfolgung der restlichen Banditen. In dem schmalen Gang, dem wir nun folgten, gelangten wir nach wenigen Metern zu einer Nische, in der, nach den Abrücken im Staub zu urteilen, ein Gegenstand, vermutlich unser Helm, gelegen hatte. Da uns diese Banditen nicht entgegengekommen waren, mussten sie wohl dem Gang tiefer ins Innere des Berges gefolgt sein. Da wir aber nach wenigen weiteren Schritten auf eine Felswand trafen, vermuteten wir eine getarnte Türe. Tatsächlich fand Minzen kurz darauf einen versteckten Durchgang, so dass wir unseren Weg fortsetzen konnten.

Der Tunnel war gut gangbar, auch wenn Ibns Käfer ihn sich an einigen Stellen erweitern musste. Nach einiger Zeit kam unser Marsch zu einem abrupten Ende, als wir eine steile Klippe erreichten. Am Rand dieser Klippe lagen die Leichen der Banditen, die wir verfolgt hatten, nur ihr Anführer fehlte.

Eine genauere Untersuchung der Leichen zeigte, das zie alle seltsame Einstichlöcher aufwießen, wer oder was sie aber getötet hatte blieb unklar. Da sie den Helm nicht bei sich trugen, gingen wir davon aus, dass der Anführer den Weg allein fortgesetzt hatte. Doch die Wand jenseits des Abgrundes ragte glatt und senkrecht auf, so dass die einzige Richtung, die wir einschlagen konnten nach unten in die Schlucht führte.

Wir versuchten hinunter zu klettern, doch ich rutschte ab und fiel. Zum Glück hatte Erlec einen Zauber bei der Hand, der mich und die übrigen sicher zu Boden schweben ließ. Der ganze Boden auf dem wir landeten war mit kleinen Schalen, Panzern und Skeletten bedeckt, was wir jedoch nicht fanden, waren Spuren des Anführers oder ein Ausgang. Lediglich ein paar kleine Tunnel, die wie von Tieren gegraben wirkten, zweigten von der Höhle ab, zu klein, dass einer von uns, bis auf den Halbling in sie hätte hineinkriechen können.

Minzen machte uns jedoch darauf aufmerksam, dass es hier ein stakes magisches Feld gebe und meinte nach einigen Untersuchungen und Überlegungen, dass es sich wohl um einen magische Knoten handle, mit dessen Hilfe man von einem bestimmten Ort zu einem zugehörigen anderen reisen könne. Man müsse nur die magische Energie dieses Ortes lange genug auf sich wirken lassen, dann könne man ein entsprechendes Portal öffnen. Wir beschlossen also, dass wir magiewirkenden, Keloan, Erlec und ich, versuchen sollten, uns auf die Schwingungen an diesem Ort einzustimmen, während wir hier bis zum Morgen, oder zumindest einige Stunden -so genau ließ sich dass hier unter der Erde ja nicht feststellen- ruhten.

Doch kaum hatten wir diesen Plan gefasst, als plötzlich von allen Seiten Schwärme von Kakerlaken auf uns einströmten. Auch einige unnatürlich große agressive Exemplare waren darunter. Es gelang uns nur mit Mühe, sie abzuwehren, und ich muss sagen, dass ich sehr froh bin, dass Erlecs Feuerzauber zurückzukehren beginnen!

Nachdem sich die verbliebenen Biester zurückgezogen hatten, kroch Halfen von Neugier angetrieben in einen der Gänge. Da uns dieses Unterfangen recht gefährlich schien, banden wir ihm ein Seil und die Hüften, so dass ihn Ibn wieder zu uns zurück hätte ziehen können, falls er in Gefahr geraten wäre. Zum Glück ereignete sich nichts derartiges. Handschuh stieß lediglich auf die Leichen zweier Drow, die vermutlich von den Käfern in dieses Labyrinth gezerrt worden waren. Bei sich trugen die Drow wenig Wertvolles, lediglich eine Spinnenstatue, die eine magische Aura besitzt, scheint mir von Bedeutung zu sein.

Hier werde ich meinen Bericht fürs erste beenden, damit ich noch etwas Zeit finde, die nötige Kraft zu sammeln, um morgen das Portal zu öffnen, hinter dem wir hoffentlich endlich den Yuan-Ti und damit den Helm finden werden.

Das Lost Dale

Ein Bericht von Schwester Doarah, geschrieben am 9. Mai im Jahre 2008 des Herrn.

Nachdem unsere Gruppe nun wieder vereint war, ja sogar noch ein Mitglied dazugewonnen hatte, setzten wir unseren Weg in Richtung Lost Dale fort. Unser neuer Mitreisender, ein Druide namens Keloan, den uns Toroon zu Unterstützung mitgeschickt hatte, erwies sich schnell als eine sehr nützliche Bereicherung der Gruppe. Denn nur wenig später wurden der Halbling, Minzen und ich von den anderen beiden getrennt, als diese vorrauszogen um einen Unterschlupf vor einem heranziehenden Unwetter auszukundschaften. Irgendwie hatten wir drei es geschafft irgendwann einem falschen Tal zu folgen und verirrten uns immer weiter in den Bergen, während der Sturm heraufzog.

Zum Glück gelang es dem Druiden, der mit seiner Katze unseren Spuren gefolgt war, nachdem er und Ibn bemerkt hatten, dass wir nicht mehr hinter ihnen waren, uns einzuholen und sicher zum Arab in eine Höle zu geleiten, gerade rechtzeitig, bevor das Unwetter losbrach.

Schnee muss ich sagen gehört zu den eher unangenehmeren Erfahrungen in dieser Gegend. Kalte Nächte gibt es ja auch bei mir daheim, aber hier ist es noch weitaus kälter und zudem ist ständig alles nass. Aber abgesehen davon, dass wir uns auf unserem weiteren Weg immer wieder durch brusthohe Scheewehen kämpfen mussten, vierlief unsere weitere Reise beinahe ereignislos.  Nur an einem Abend wurde unser Lager von einer kleinen Gruppe Wölfe heimgesucht, die wohl wegen des vielen Schnees halb ausgehungert waren. Natürlich machten wir uns sofort zum Kampf bereit, doch Keloan hielt uns zurück. Ich weiß nicht genau, was er anstellte, doch die Wölfe ließen sich rasch von ihm besänftigen und liefen bald darauf in die Nacht davon. 

Das Lost Dale hielt, als wir endlich dort ankamen, einige Überraschungen für uns bereit. Hatten wir einen verlassenen Landstrich erwartet, der von den Yuan-Ti verwüstet war, so stießen wir unterhalb der Schneegrenze auf ein fruchtbares Tal durch das eine Karawanenstraße führte an der wir bald darauf auf eine kleine Stadt trafen.

Die Bewohner begeneten uns mit zurückhaltender Freundlichkeit. Auf unsere Frage warum dieses Tal “Lost Dale” genannt werde, antworteten sie erstaunt, dass ihnen dieser Name nicht bekannt sei, im Gegenteil, sie hätten seit vielen Jahren schon keine Nachrichten mehr aus dem Shadowdale und den anderen Tälern jeneseits der Berge erhalten, so das sie ihrerseits diese Gegend für verloren angesehen hätten.

Trotz ihrer Freundlichkeit, schien etwas die Menschen in diesem Tal zu bedrücken. Nach einigem Nachfragen erfuhren wir, dass vor kurzem eine Gruppe ins Dorf gekommen sei, die die Leute in der Taverne überwältigt und den Wirt und seine Tochter misshandelt hatten um von ihnen zu erfahren, wo sich ein bestimmtes Artefakt befände. Zwar waren diese Banditen von einer zufällig eintreffenden Gruppe Abenteuerer vertrieben worden, nicht jedeoch ohne dass sie erfahren hätten, dass der Baron dieses Tales Artefakte sammle. Zwar hatten die Abenteurer, deren Aführer ein gewisse Johannes Schnellfuß war, die Verfolgung aufgenommen doch seither hatte man im Dorf weder vom Baron noch von Schnelfuß’ Leuten wieder etwas gehört, obwohl sich das Anwesen der Barons nur einen halben Tagesmarsch talabwärts befand.

Als die Dorfbewohner erfuhren, dass wir ebenfalls Abenteurer waren, baten sie uns, Johannes zu folgen und herauszufinden, was mit ihm und seinen Leuten geschehen sei. Nachdem die Vermutung nahe lag, dass das Artefakt, nach dem die Banditen auf der Suche waren, der selbe Helm war, nach dem wir suchten, erklärten wir uns selbstverständlich dazu bereit. Um uns möglichst gut auf das vorzubereiten, was uns erwartete, befragten wir noch weitere Einwohner der kleinen Stadt, konnten aber wenig mehr in Erfahrung bringen als wir bereits wussten.

Am nächsten Morgen kümmerten sich Halfen und Ibn um Vorräte, während ich noch mit einigen Dorfbewohnern sprach. Minzen war -ungeduldig wie immer- bereits aufgebrochen und auch der Druide, der sich die ganze Zeit immer wieder etwas von der Gruppe zurückgezogen hatte, hatte sich ihm angeschlossen.

Etwa zwei Stunden später folgten auch wir Übrigen.

Auf der Reise

Ein Bericht von Schwester Doarah, geschrieben am 16. Oktober im Jahre 2006 des Herrn.

Nach den unruhigen Ereignissen im Dorf machten wir uns nur zu dritt auf den Weg, denn Ibn musste sich noch um seinen neuen Käfer kümmern.
Zuerst kamen wir trotz des sich verschlechternden Wetters recht gut voran, am Nachmittag des zweiten Tages trafen wir jedoch auf eine junge Frau, die verzweifelt sich und ihren schwer kranken Begleiter gegen einen der großen Bären der Berge verteidigte. Zwar gelang es uns, den Bären zu töten, doch meine Heilkräfte reichten nicht aus, den Zustand des Mannes dauerhaft zu verbessern.
Ich konnte allerdings von seiner Begleiterin in Erfahrung bringen, dass der Dunkelmohn, der an lichtlosen Orten hier in den Bergen wächst, das einzig bekannte Heilmitel gegen seine Krankheit sei. Auf der Suche nach dieser Pflanze sei das Paar hierhergekommen, wo wir sie gefunden hatten.
Da wir ohnehin unseren Vorsprung zu Ibn nicht noch weiter vergrößern wollten, erklärten wir uns bereit, unsere Reise zu unterbrechen, um bei der Suche nach dem Dunkelmohn zu helfen.
In der Annahme, dass es sich hierbei um keine schwere Angelegenheit handeln würde, machten wir uns auf in eine Höhle, zu der uns die Frau den Weg gewiesen hatte. In der Höhle waren jedoch nur die abgeschnittenen Stängel der gesuchten Pflanzen zu finden. Verwirrt darüber, dass hier offensichtlich noch jemand an der Ernte des Dunkelmohns interessiert war, wollten wir und auf die Suche nach eine anderen Höhle machen, als plötzlich heftiger Wind und Nebel aufkamen. Nach wenigen Metern, war es kaum mehr möglich, die Hand vor Augen zu sehen.
Um uns vor dem so urplötzlich aufkommenden Unwetter zu schützen, versuchten wir, uns in die Höhle zurückzuziehen. Ich kann nicht sagen, ob die Höhle in die wir schließlich gelangten tatächlich die war, in der wir zuvor gewesen waren, doch es wartete jedenfalls eine böse Überraschung auf uns. Aus einem in der Felswand verborgenen Eingang wurden wir plötzlich von einer Gruppe kleiner, zwergenhafter, blauer Wesen angegriffen. Obwohl es mir gelang, durch göttlichen Beistand einige von ihnen auszuschalten, wurden wir von ihnen überwältigt. Ich vermute, dass ihre Waffen vergiftet waren, denn ich weiß nur noch, dass mir auf einmal schwarz vor Augen wurde, obwohl ich kaum verletzt war.
An die Zeit unserer Gefangenschaft habe ich nur sehr verschwommene und ausschnitthafte Erinnerungen. Ich weiß weder, was diese Wesen von uns wollten, noch warum sie uns so quälten. Die ersten klaren Erinnerungen zeigen mir eine kahle Zelle, in der sich außer mir nur der Halbling befindet. Durch einen Spalt in der Wand ist eine Folterkammer zu erkennen, in der die Wesen sich um Minzen versammelt haben.
Das nächste Mal erwachte ich aus meiner Ohnmacht durch Kampfgeräusche und Schreie vor der Tür. Durch Rufen und Klopfen an der Tur versuchte ich auf mich aufmerksam zu machen, da ich davon aus ging, dass jeder, der diese Wesen bekämpfte uns freundlich gesonnen sein musste.
Kurze Zeit später wurde die Tür von Ibn aufgebrochen. Die Götter wissen, wie er uns gefunden haben mag. Er und sein mir unbekannter Begleiter, der eine große Katze bei sich hatte, hatten die Zwergenwesen in halb bewusstlosem Zustand angetroffen, so dass es ihnen gelungen war die meisten von ihnen zu überwältigen. Offensichtlich hatten die blauen Zwerge zu viel vom Saft des Dunkelmohns zu sich genommen.
Zu meinem Erschrecken musste ich feststellen, dass auch Halfen von den Zwergen mit dieser Substanz vergiftet worden war, so dass es mir nicht gelang, ihn aufzuwecken. In einer der Höhlen konnten wir zwar unsere Kleidung finden, von unserer restlichen Ausrüstung fehlte jedoch jegliche Spur.
Beim Erkunden der Höhle stießen wir auf einen Raum, in dem drei der Wesen um einen Kessel mit einer brodelnden Substanz, vermutlich Saft des Dunkelmohns, standen, offensichtlich damit beschäftigt, sie mit Magie zu verändern.
Es gelang uns jedoch, die Magier, oder als was auch immer sie sich bezeichnet haben mögen, unschädlich zu machen. In einem Nebenraum fanden wir viele Flaschen des Dunkelmohnsaftes, von denen wir einige für den erkrankten Mann mitnahmen. Zusätzlich packten wir vorsichtshalber noch einige frische Blätter des Krautes ein.
Als wir mit der Erkungung des Höhlensystems auf der Suche nach unseren Sachen fortfuhren, stießen wir auf eines der Wesen, das aufgrund seines Schmucks, als der Anführer der Zwerge zu erkennen war. Er schien ähnlich unter dem Einfluss des Dunkelmohns zu stehen, wie die übrigen Wesen. Als er sich jedoch der Bedrohung durch uns bewusst wurde, nahm der Zwerg einen großen Schluck aus einer Flasche mit einer klaren Flüssigkeit, woraufhin die Wirkung der Droge sofort nachzulassen schien. Trotzdem gelang es uns, ihn zu überwältigen, wobei die Katze von Ibns Begleiter seltsamerweise überhaupt nicht kapflustig schien, sondern sich im Gegenteil zu dem Wesen hingezogen zu fühlen schien.
In einem unbeobachteten Moment hatte sich Minzen von der Gruppe davongestohlen. Als wir nach ihm suchten, überraschten wir ihn dabei, wie er in einem Geheimraum, den er gefunden hatte, seine Taschen mit wertvollen Gegenständen vollstopfte. Dies konnte ich natürlich nicht durchgehen lassen, so dass ich Ibn anwies, ihn so lange zu schütteln, bis alles wieder auf dem Boden lag. Dann kümmerte ich mich darum, dass alles gerecht aufgeteilt wurde. Auch unsere Ausrüstung war in diesem Raum zu finden.
Da die Vermutung aufkam, dass das seltsame Verhalten der Katze von vorhin, auf den Trank, den der Anführer zu sich genommen hatte, zurückzuführen sei, untersuchten wir die Reaktion des Tiers auf die verschiedenen Tränke, die noch in dem Labor der Magier zu finden waren. Als die Katze auf eines der Elixiere mit lautem Schnurren reagierte, packte ich es ein, in der Hoffnung, damit den Halbling aus seinem bewustlosen Zustand befreien zu können. Zuvor wollte ich es jedoch vorsichtshalber noch auf Gift untersuchen.
Seither ist nicht mehr allzu viel geschehen. Wir kehrten zu dem Pärchen zurück. Der Fremde, der Ibn begleitet hatte, schien sich mit Pflanzeinheilkunde auszukennen und konnte so dem Kranken helfen. Auch dem Halbling geht es schon besser. Inzwischen ist seine Bewustloseigkeit einem gesunden Schlaf gewichen.
Ach ja, wir haben uns darauf geeinigt, einen Großteil der gefundenen Schätze zu vergraben, da sie uns auf unserer weiteren Reise nur hinderlich wären. Ich hoffe nur, dass sich Minzen nicht einfach absetzt und mit dem Reichtum verschwindet. Andererseits…vielleicht wäre es gar nicht schlecht, wenn wir diesen Angeber endlich loswären. Wobei - immerhin scheinen seine Feuerzauber langsam zurückzukommen, möglicherweise wird er ja doch noch nützlich…

Der Aufbruch

Ein Bericht von allwissender Macht, geschrieben am 9. Juli im Jahre 2006 des Herrn.

Nach der letzten Abschiedsfeier wollten unsere Helden noch eine ruhige Nacht verbringen um am nächsten morgen frisch und munter aufbrechen zu können. Schließlich steht ihnen eine lange Reise durch die Desertmouth Mountains bevor, ehe sie hoffen können ihr Ziel, das vergessen Dale, erreicht zu haben. Leider kam es nicht zur erhofften ruhigen Nacht, denn das Dorf von Toroon wurde von einem wildgewordenen Troll überfallen. Obwohl unsere Helden alles taten was in ihrer Macht stand und auch die anderen Waldläufer, Priester und Druiden von Toroon sich dem Troll entgegenstellten konnte er nur durch Toroons Eingreifen und unter schweren Verlusten aufgehalten werden. Unter anderem wurde Kraekk der sich mutig alleine gegen den Troll stellte als erster in die ewigen Jagdgründe gebracht.

Es ist leider davon auszugehen, dass dies nicht die letzte Attacke auf das Dorf gewesen sein wird. Toroon erkannte das auch schnell, da Trolle eher selten bis nie solch große Siedlungen angreifen und er schon länger das Gefühl hatte, beobachtet zu werden. Den Zhentarim ist schließlich nicht zu trauen und wer weiß, wer noch alles von dem Szepter erfahren hatte. Deshalb schickte Toroon sie trotz des Verlustes am nächsten Tage los, nur zu Dritt konnten sie aufbrechen: Halfen Handschuh, Schwester Doarah und Erlec Minzen. Ibn musste noch ein paar weitere Tage bei seinem Käfer bleiben um sie dann aber hoffentlich schnell einholen zu können.

Wie schon fast befürchtet, verlief die Reise gleich von beginn nicht reibungslos. Da der Sommer schon zu Ende geht ist das Wetter im Hochgebirge inzwischen von Stürmen und heftigen Gewittern geprägt. Am zweiten Tag trafen die Helden auf ein hilfloses Paar, die gerade von einem wilden Bären angegriffen wurden. Glorreich konnten sie den Bären besiegen, und den Angegriffen helfen: Mikko ist sehr krank und nur durch die Heilkraft des Dunkelmohns am Leben zu halten. Laura bat deshalb die Helden danach zu suchen, während sie den ohnmächtigen Mikko noch bewacht.

Ohne langes Zögern machten die Helden sich auf, den Dunkelmohn zu suchen. Der Dunkelmohn ist eine mächtige Pflanze, aus deren Saft man ein Opiat herstellen kann, das sowohl heilende als auch stark berauschende Wirktung hat. Der Dunkelmohn wächst nur an dunklen und feuchten Orten, wie Tropfsteinhöhlen. Eine solche Höhle fanden sie schnell, allerdings war dort der gesamte Dunkelmohn schon abgeerntet. Als die Helden vor einem extrem schweren Gewitter in dieser Höhle Unterschlupf suchten und vor Erschöpfung einschliefen, wurden sie hinterrücks von kleinen, bläulichen Wesen überfallen, die entfernt an Zwerge erinnerten. Nach einem heftigen Kampf konnte die Wesen sie mit ihrem Gift betäuben. Sie wurden durch eine Geheimtür tief in das Höhlensystem geschleppt und in einer dunklen, dafür aber trockenen Zelle eingesperrt.

Die Bitte des Hierophanten

Ein Bericht von Schwester Doarah, geschrieben am 24. Februar im Jahre 2006 des Herrn.

Nun sind wir also wieder zurück aus dieser erbärmlichen Wüste, die so viel steiniger und unwirtlicher ist, als die sanften Sandwüsten meiner Heimat. Eigentlich hatte ich vor, ein Kloster meines Ordens aufzusuchen, jetzt wo es mir gelungen ist Eragyn das Handwerk zu legen. Nicht nur, dass ich das Gefühl habe in der Gunst Schichasans gestiegen zu sein, auch nach den Regeln des Ordens sollte mir diese Tat zu einem höheren Rang verhelfen. Nun aber werde ich dieses Vorhaben wohl noch eine Weile aufschieben müssen.

Aber der Reihe nach: Von Cyrics Tempel kehrten wir zu dem Dorf zurück, von dem aus wir in die Wüste aufgebrochen waren. Wie ich bereits gehofft hatte, gelang es ihren ausgezeichneten Heilern dem Halbling zu helfen, der im Tempel auf einmal ohnmächtig geworden und trotz all meiner Heilungsversuche und Fürbittgebete nicht wieder zu sich gekommen war. Nach Meinung des Hierophanten hatte die unheilige Aura des finsteren Gottes alle unsere Lebensmittel vergiftet, solange wir im Tempel waren. Wir können wohl der Göttin danken, dass nur Halfen an diesem Ort etwas zu sich genommen hat.

szepter Da der Hierophant ein sehr gelehrter Mann zu sein scheint, hielt ich es für ratsam, ihn zu bitten, sich den Streikolben anzusehen, den ich aus Cyrics Tempel geborgen hatte. Zudem vermutete ich, dass er, falls dieser Gegenstand, dessen heilige Aura ich so stark spüren kann, in den lokalen Legenden verwurzelt ist, ihn mit größerer Wahrscheinlichkeit wiedererkennen würde, als die Gelehrten meines Ordens, die, wie ich glaube, zwar eine struckturiertere Ausbildung als dieser Druide genossen haben haben dürften, deren Schwerpunkt jedoch, wie ein Großteil des Streben meines Ordens auf die religiösen Belange südlicherer Gefilde gelegt worden sein dürfte.

Auf den ersten Blick wusste mir der Hierophant nichts über den Streitkolben zu sagen, was nicht auch so schon offensichtlich gewesen wäre. Doch am nächsten Morgen weckte er mich aufs höchste aufgeregt noch vor Sonnenaufgang. Er meinte, ich solle mir die Runen auf dem Streitkolben ansehen. Doch obwohl ich den Streitkolben aufs Genauste untersuchte, wie ich es schon viele Male zuvor getan hatte, gelang es mir nicht festzustellen welche Runen er meinte. Nach eingehender Untersuchung musste auch der Hierophant zugeben, dass er die Runen nicht mehr erkennen könne. Dies schien ihn jedoch nicht zu enttäuschen, im Gegenteil er wurde noch viel aufgeregter und begann etwas davon zu erzählen, dass er sich an die Erzählungen über einen magischen Helm, den einer seiner Vorfahren besessen habe, erinnere und dass auch auf diesem Helm Runen gewesen seien, die man nur zu bestimmten Zeiten habe erkennen können. Ich muss gestehen, ich war mir aufgrund seines wirren Gebarens zuerst nicht sicher, ob das Ganze lediglich auf Übermüdung, oder den zu intensiven Metgenuss am Abend zuvor zurückzuführen sei, er schien seiner Sache jedoch sehr sicher und so versprach ich ihm, ihn in seinen Räumen aufzusuchen, sobald ich mich etwas frisch gemacht hätte.

Halfen, der mich zusammen mit dem Hierophanten aufgesucht hatte und dieser aufdringliche Magier, der unsere aufgeregte Unterhaltung ganz offensichtlich mitgehört haben musste, jedoch vorgab von nichts zu wissen, begleiteten mich. Inzwischen hatte der Hierophant weitere Nachforschungen angestellt und herausgefunden, dass der Streitkolben, zusammen mit besagtem Helm, sowie einem Brustharnisch und einem Paar Stiefeln den Schlüssel für ein Tor zwischen den Ebenen darstellen soll. Nach seinen Befürchtungen, war es wahrscheinlich, dass Zhentilkeep den Streitkolben deshalb so dringend haben wollte, weil es sich möglicherweise im Besitz eines der anderen Gegenstände befand. Der Hierophant beschwor uns, dass wir es auf jeden Fall verhindern müssten, dass alle Teile zusammen in die falschen Hände fielen, da großes Unheil durch die Nutzung eines solchen Tores ohne die nötige Vorsicht entstehen könne. Er erzählte uns, dass er sich fast sicher sei, dass der Helm, von dem er uns erzählt hatte, sich im Grab seiner Vorväter im Lost Dale befinde und bat uns, diesen für ihn zu holen. Auf meine Einwände hin, versicherte er mir, dass es nach den Traditionen seines Volkes keineswegs einer Grabschändung gleich käme, dieses Grab zu öffnen, da wir ja von ihm, dem Nachkommen geschickt worden seien.

Mir schien es etwas seltsam, dass er den Helm unbedingt in seinen Besitz bringen wollte, da es mir sehr viel sicherer vorgekommen wäre, Helm und Streitkolben möglichst weit voneienander zu entfernen, um den Zhentarim und anderen finsteren Mächten das Zusammenfügen so schwer wie möglich zu machen. Ging es ihm also nur um seine persönlich Macht? Doch alle göttlchen Hinweise, die ich über ihn bekommen konnte, deuteten darauf hin, dass er in besster Absicht handelte. Dennoch stand weiterhin die Überlegung im Raum, ob es sinnvoll wäre, den Streitkolben hier im Dorf zu lassen, welches doch jederzeit von den Zhentarim überrannt werden konnte, oder ihn auf unsere Suche mitzunehmen, auf der die Gefahr eines Überfalls mindestens genauso groß wäre. Auch der Ältestenrat des Dorfes konnte zu keiner gemeisamen Entscheidung gelangen, als sich plötzlich ein seltsamer Mann zu Wort meldete, von dem ich am vorherigen Abend nur mitbekommen hatte, dass er maßgeblich am Aufbau eines Außenpostens beteiligt gewesen war. Er sprach sehr langsam und machte auf mich keinen übermäßig intelligenten Eindruck, doch der Hierophant schien bereit zu sein, ihm zuzuhören. Er sagte sinngemäß, dass er uns helfen wolle, den Streitkolben zu beschützen und auch mit uns ziehen werde. Als ich ihn daraufhin fragte, ob er denn ein guter Kämpfer sei, meinte er, dass er nicht kämpfen wolle. Daraufhin wollte ich wissen, wie er denn dann gedenke, den Streitkolben zu beschützen, aber ich konnte nicht viel mehr aus ihm herausbekommen als: “Kämpfen schlecht, werde Streitkolben beschützen” Also mir kam er tatsächlich leicht schwachsinnig vor, die Dorfbewohner schienen sich jedoch einig, dass es die besste Lösung wäre, wenn er uns zu dem Grab begleitete. Hoffentlich wird er uns nicht zu sehr zur Last fallen, immerhin haben wir schon genug Schwierigkeiten, denn zu allem Überfluss habe ich noch erfahren, dass das Lost Dale inzwischen von Echsenmenschen, wie wir sie auch in der Wüste getroffen haben bewohnt sein soll, einer nicht ganz unkriegerischen Rasse. Wie unser weiteres Vorgehen bezüglich des Streitkolbens sein wird, wird sich entscheiden, wenn wir das Grab gefunden haben. Vielleicht stellt es sich als das Besste heraus, den Streikolben, zusammen mit dem Helm dem magischen Schutz des Grabes anzuvertrauen, vielleicht ist es aber auch besser, beide Gegenstände wieder hierher zu bringen… Die Göttin allein weiß, was die Zukunft bringen wird.

Die Rückreise

Ein Bericht von Erlec Minzen, geschrieben am 24. Februar im Jahre 2006 des Herrn.

Wie es scheint hat es Halfen mal wieder geschafft sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen. Offensichtlich, hat er von einem vergifteten Apfel gegessen und wacht seither nicht mehr auf. Selbst Doarahs Heilkünste vermochten es nicht ihn wieder zu wecken.

Wir haben uns daher entschlossen, ihn auf einem der Esel zu transportieren und so schnell als möglich zu Toroon zurückzukehren. Ich muss sagen, dass mir diese Entscheidung mehr als recht war. Ich kann es gar nicht abwarten, endlich aus dieser verdammten Wüste herauszukommen.

Doch unsere Reise sollte erneut nicht ereignislos verlaufen. Zunächst wurden wir erneut von Schlangen angegriffen. Doch diese stellten für mich dank meiner Neuen Klinge keinerlei Hinderniss dar. Mit einem einzigen Streich schickte ich diese Brut zurück in die Hölle der sie entsprungen ist, während Ibn und Doarah damit beschäftigt waren sich vergiften zu lassen. Und was war der Dank?! Nichts! Rechtfertigen sollte ich mich, weil ich ein heiliges Tier getötet hätte!

Nunja, wir zogen weiter und schlugen unser Lager auf. Während Doarah mit Beten und Ibn mit Jagen beschäftigt waren, ließ ich meine Magie wirken, um herrauszufinden, was für ein Gift unseren keinen Halbling plagte. Doch wie es scheint war es selbst für meine Kunst zu mächtig, als dass ich gänzlich herrausfinden konnte, welcher Natur es war. Aber wie es scheint muss es von sehr flüchtiger Art gewesen sein, da in dem Apfel, durch den es übertragen wurde, keine Spur mehr davon festzutellen war.

Nachdem wir am nächsten Tag unser Lager abbrachen und weiter zogen, trafen wir sehr bald auf eine äußerst zwielichtige Gesalt. Sie bedrohte uns und verlangte unsere Wasservoräte im Austausch gegen unser Leben. Ich hätte diese niederträchtige, verlumpte Kreatur ja auf der Stelle vernichtet, aber Doarah und Ibn hatten Mitleid. Also verhandeleten sie mit dem Wesen und tauschten unser Wasser und einen Teil unserer Lebensmittel gegen seine Waffe, die sich als äußerst gut geschmiedtes Skimitar herrausstellte.

Während des Austausches fiel uns auf, dass die Kreatur deutliche Ähnlichkeiten mit einer Schlange aufwies. Deshalb verfolgte ich sie, um mittels eines Tricks mehr Informationen über diese Gegend und dieses Volk herauzubekommen; und siehe da, kaum war sie hinter der nächsten Sanddüne verschwunden, gesellte sie sich zu einem ihrer Gefährten. Ich warf also meinen Zauber, doch wie ich feststellen musste, sind diese Schlangenwesen resistenter gegen Magie, als ich gedacht habe. Deshalb stellte ich meinen Veruch ein und wir kehrten ins Dorf Toroons zurück, begleitet von einem Waldläufer, den wir auf dem Weg getroffen haben.

Kaum zurück, wurden wir als Helden gefeiert und zu einem Fesmahl eingeladen, das zu unseren Ehren veranstaltet werden soll. Ich hoffe, dass ich dort die schöne Marian wieder treffen werde. Vielleicht soll sich dieser Abend dann doch noch als angenehm herrausstellen.

Auszug aus dem Tagebuch von Kr’ae’kk t’kk K’n'akk

Ein Bericht von Kraekk dem Halbork, geschrieben am 24. Februar im Jahre 2006 des Herrn.

Nun, da war ich die letzten Tage beim dem Aufbau einer weiteren der Menschensiedlungen beschäftigt war, finde ich doch endlich die Zeit diese Zeilen meinem Tagebuch hinzuzufügen.

Doch ich fürchte Sorge ist der Anlass, der mich nach so langer Zeit wieder zur Feder greifen lässt.

Taroon, ein Druide und einer der Führer des Widerstands beauftragte mich und einige weitere Abenteurer mit der Beschaffung eines Satzes an verzauberten Gegenständen, namentlich eines Harnisches, eines Helmes, eines Szepters sowie eines Paar Stiefels. Zusammen sollten diese Gegenstände wohl das Reisen zwischen irgendwelchen Ebenen ermöglichen. Nicht dass ich etwas davon verstanden hätte, jedoch betonte Taroon aufs Schärfste, dass besagte Artefakte niemals in die Hände des bösen gelangen dürften. Allerdings muss ich mir nun die Frage stellen in wessen Händen diese Macht denn nun gut aufgehoben wäre. Über Taroon weiß ich ja nun fast nichts, und auch die Motive der meisten meiner neuen Begleiter geben mir noch Rätsel auf. Irgendwie kann ich mich des Gefühls nicht erwehren, sie würden mich, in irgendeiner Form, für Beschränkt halten… vielleicht weil ihrer Barbarensprache noch nicht völlig mächtig bin?

Dies Gedanken führen mich nun natürlich weiter zu der Frage ob ich selbst denn die moralische Rechtfertigung besitze über solche Fragen zu urteilen …

Im Cyrick-Tempel

Ein Bericht von Erlec Minzen, geschrieben am 24. Februar im Jahre 2006 des Herrn.

Endlich etwas Schatten. Nachdem wir Tagelang durch diese höllische Einöde marschiert sind, halte ich meine Weggefährten aus den südlichen Landen sogar für noch verrückter als vorher. Auch musste ich feststellen, dass es noch nervigere Dinge gibt, als diesen Quäcker von einem Halbling. Fliegen, überall wo man hinschaut nichts als Fliegen.

Nachdem wir endlich diesen verfluchten Tempel gefunden hatten, war selbst ich beinahe begierig darauf Eragyn endlich zu vernichten, um schnell heimkehren zu können. Wäre nicht dieser bedauerliche Zwischenfall mit diesem unkultivierten Barbaren und seinem Käfer gewesen, wäre ich garnicht erst mitgekommen. Aber so muss ich trotz unseres Sieges über die Cyrick Priesterin, weiter mit ihnen durch die Lande ziehen, um endlich wieder mit meinem inneren Feuer ins Reine zu kommen.

Jetzt sitze ich hier und geniesse die angeneheme Kühle dieses Tempels, während die anderen auf dem Dach herumkriechen um sich dieses alberne Szepter zu holen. Wenigstens war die Reise hierher nicht völlig umsonst. Dieses Miststück Eragyn war doch tatsächlich im Besitz einer der zwölf Fürstenklingen der Schwertküste. Natürlich habe ich diese an mich genommen, da sie mir am ehesten von allen zusteht. Dieses Schwert ist von wahrlich meisterhafter Machart und Kunstfertigkeit. Ich denke es wird sich an meiner Seite optisch gut zu meinem neuen Mantel machen.

schwert

Aber halt, was ist das für ein Geräusch?! Wie es scheint ist Halfen plötzlich umgesürzt. Ich frage mich was er nun schon wieder angestellt hat …

Und so sollte es beginnen

Ein Bericht von allwissender Macht, geschrieben am 23. Februar im Jahre 2006 des Herrn.

Die ersten Prüfungen hatten unsere Helden bestanden. Die Seuche in Dagger Falls war bekämpft und die böse Priesterin Eragyn ihrem gerechten Schicksal überführt worden. Die Barden und Spielleute beginnen schon, erste Geschichten über diese Abenteuer zu erzählen.
Doch den Helden stehen noch weitere Prüfungen und Rätsel bevor. Auch wenn sie davon bis jetzt nur einen Bruchteil ahnen, ist ihnen wohl doch klar, dass sie bis jetzt eigentlich noch gar nichts gesehen haben, weder von der Welt noch von der Macht die bald entfesselt wird. Druch die Vernichtung von Eragyn gelangten sie in den Besitz eines kostbaren Szepters, eines alten magischen Gegenstandes, welcher als Auslöser für eine spannende Jagd auf weitere Teile dieser Machart dienen wird. Zusammen sollen die Teile, bestehend aus dem Szepter, einem Helm, einem Brustharnisch und einem Paar Schuhe ein Tor öffnen können, um andere Ebenen bereisen zu können. Ob dieses Tor jemals geöffnet wird und von wem, werden wir sehen.
Zur Zeit befinden sich die Helden noch in einem kleinen Dorf in den Desertmouth Mountains, wo Hierophant Toroon einige Gefährten aus den unterschiedlichsten Rassen und Berufen um sich gesammelt hat, um die Dalelands zu beschützen und den Zhentarim die Stirn zu bieten. Ursprünglich kamen seine Vorväter aus dem Tarkhaldale, welches heutzutage bei den Sterblichen als Vergessenes Tal bekannt ist, und dort im Tarkhadale vermutet er auch das Versteck des magischen Helmes, welcher zur Öffnung des Dimensionstor beitragen soll. In seiner Aufregung und etwas leichtsinnig, beauftragt er die Helden, für ihn diesen Helm zu besorgen.

Nun wollen wir hören, was Halfen Handschuh, Kraekk der Halb-Ork, Schwester Doarah, Jäähalli Ibn Raviratta und Erlec Minzen über diesen Auftrag denken und dann beobachten wie sie die Zukunft gestalten werden.