Underdark
Ein Bericht von Schwester Doarah, geschrieben am 9. November im Jahre 2010 des Herrn.Ich muss gestehen, die Gegend in der wir uns jetzt befinden entspricht, ich möchte fast sagen zum Glück, nicht den Vorstellungen die ich mir vom Underdark gemacht hatte. Natürlich gibt es hier viel Böses, aber die meisten der Bewohner dieses unterirdischen Reiches scheinen eher darauf bedacht, in Frieden gelassen zu werden, als uns anzugreifen. Nun, ganz so friedlich ist es hier nun auch wieder nicht. Allerdings bringt mich diese Auseinandersetzung dem Weiterkommen beim Orden wieder ein Stück näher, so dass alles doch auch einen guten Aspekt hat. Aber der Reihe nach:
Es gelang uns tatsächlich an dem magischen Knoten ein Portal zu öffnen und allsbald fanden wir uns in einer gigantischen Höhle wieder, so groß, dass ihre wahren Ausmaße im Dunst verborgen blieben. Von dem YuanTi jedoch war keine Spur zu sehen. Am Rande eines Sees trafen wir stattdessen einen Zwergenhändler, der uns den Weg zu einer Stadt wies und uns den Rat gab, dort mir einem bestimmten Mann in der Taverne zu reden. Auf dem Weg dorthin, der uns am See entlang führte wurden wir plötzlich von einem Wesen aus den Tiefen des Wassers angegriffen. Nur mit Mühe gelang es uns, den Angriff abzuwehren und dem Wesen zu entkommen.
Als wir die Tore der Stadt erreichten, eine verlassene Drow Stadt, wie wir erfahren hatten, bot sich uns ein seltsamer Anblick. Die ganze Stadt schien um einen Stalagmiten unfassbarer Größe gebaut zu sein, der Stalagmit selbst war von innen ausgehöhlt, wie ein riesenhafter Turm. Als wir die Stadt betreten wollten wurden wir von Drow-Wachen aufgehalten, die einen Kampf mit uns provozierten. Die restlichen Bewohner der Stadt schien das jedoch nicht weiter zu interessieren, so dass wir nachdem wir die Wachen getötet hatten ungehindert die Stadt betraten. Auch das Wirtshaus und den mysteriösen Mann, dessen Gesicht stets unter der Kapuze verborgen blieb und der die Fäden in dieser Stadt in der Hand zu halten scheint fanden wir ohne Zwischenfälle.
Er meinte, dass er sich nach dem YuanTi umhören würde, wenn wir ihm ein paar kleine Gefallen erwiesen. Wohl war mir nicht bei dem Gedanken, aber wir hatten ja keine große Wahl. Sein erster Auftrag führte uns zu einer Insel auf dem See. Wir sollten ihm von dort bestimmte Heilpilze bringen, da eine magische Krankheit diese Stadt in ihrem Würgegriff hält. Eine Krankheit, die die Leute erst schwächt und dann zu seelenlosen Geisterwesen macht, die die Krankeit weitertragen. Eigentlich eine noble Aufgabe, allerdings hatte ich das Gefühl, dass er uns nicht alles sagte. Seine Begründung, warum niemand sonst diese Insel betreten könnte schien mir etwas dünn. Er meine, dass die Bewohner des Underdark im Gegensatz zu uns gegen bestimmte Pflanzen auf dieser Insel allergisch wären.
Auf unserem Weg wurde Halfen jedoch von einem der Geisterwesen angegriffen und vergiftet. Wir versuchten auf dem Markt ein Heilmittel zu finden, mussten aber feststellen, dass so etwas nur zu horrenden Preisen, die wir niemals hätten aufbringen können zu erhalten ist. Wie es Halfen trotzdem gelang an einen Heiltrank zu kommen, will ich besser gar nicht wissen.
Wir beschlossen uns noch einen Tag Ruhe zu gönnen, bis der Halbling sich etwas erholt hätte und ich bat die Göttin, mir die Fähigkeit zu geben, in Zukunft meine Gefährten von einer solchen Krankheit zu heilen. Am nächsten Tag erreichten wir die Anlegestelle ohne weitere Probleme. Dort allerdings wurden wir von Mitgliedern der Asassinengilde angegriffen. Wir konnten ihnen nicht auf friedliche Art klar machen, dass wir nur zeitweilig eines der Boote ausleihen wollten und waren schließlich gezwungen, uns unserer Haut zu erwehren. Die nächste Schwierigkeit bestand darin, Ibn dazu zu bewegen, ins Boot zu steigen.
Auf der Insel angekommen, fanden wir einen wahren Wald von mannshohen Pilzen vor. Keloan sorgte dafür, dass ein Teil der giftigen Pilze aufhörte, ihren Pollen zu verteilen und wir schlugen uns durch das Pilzdickicht bis zu einer Lichtung auf der mitte der Insel vor, wo wir die gesuchten Heilpilze entdeckten. Plötzlich jedoch wurden wir von unsichtbaren Wesen angegriffen, die Ibn und den Halbling schwer verletzten. Als es uns endlich gelang eines davon auszuschalten, entdeckten wir, dass es sich dabei um riesige Pilze handelte. Zu unserer allgemeinen erleichterung ergriff das zweite Wesen die Flucht, denn lange hätten wir wohl nicht mehr dagegen halten können. Während ich meine Gefährten versorgte, kümmerte sich Keloan darum, die Heilpilze einzusammeln. Sobald wir damit fertig waren vierließen wir die Insel, da wir kein weiteres Zusammentreffen mit den Pilzriesen riskieren wollten und uns die giftigend Pilzsporen zunehmend zu schaffen machten.
Wieder am Kai der Stadt angekommen wurden wir erneut von einem ganzen Trupp Asassinen angegriffen. Nur durch viel Glück und einen geschickt eingesetzten Feuerzauber Erlecs, der seither über Kopfschmerzen klagt gelang es uns uns zu verteidigen. Völlig erschöpft zogen wir uns in die Tverne zurück, wo Keloan und ich, die Wunden der Gruppe versorgten.
Am nächsten Morgen ging es allen wieder gut genug um uns an den zweiten Auftrag zu machen. Wir sollten in einen geheimen Unterschlupf einer Priesterin der Assasinen eindringen und diese töten. Keloan zeigte darüber großte moralische Bedenken, aber nach dem, was ich von der Asassinengilde miterlebt hatte, stand es für mich außer Zweifel, dass es gut wäre diese Priesterin zu stoppen. Unser Auftaggeber hatte uns sehr genau beschrieben, wie wir den Eingang finden könnten, der in einer alten Gerberei versteckt war. Auf dem Weg dorthin wurden wir jedoch erneut von einem der Schatten angegriffen und owohl wir ihn vernichten konnten, wurde Ibn mit der Krankheit infiziert. Es gelang mir jedoch mit Hilfe der Göttin den bösen Hauch auszutreiben, so dass wir den Weg fortsetzen konnten. Auch Halfen infizierte sich ein weiteres Mal, als er einem Verrückten zu nahe kam, der in der Gereberei seinen Unterschlupf genommen hatte und der, owohl selbst kein Geist, den Krankheitsfunken in sich trug. Auch hier rettete uns der Beistand Schichasans.
Ein langer Gang führte uns zu einer Geheimtür, hinter der sich nach unseren Informationen der Eingang befand. Nach vielen vergeblichen Versuchen Halfens das Schloss zu öffnen, sahen wir uns schließlich gezwungen die Türe aufzubrechen. Der Raum dahinter war eine schrecklich anzusehende Folterkammer. Ein paar kleine Kobode waren in Käfigen zu sehen, ein Koboldfrau auf einem Altar festgebunden. Natürlich war unser Eindringen nicht unbemerkt geblieben und die Priesterin stellte sich uns mit einem weiteren Drow entgegen. Sie machten sich unser erstes Entsetzen zu nutze um uns in einem magische Spinnennetz zu fangen und uns mit einem Zauber am Sprechen zu hindern. Zum Glück konnten sich Erlec und Keloan letzterem Zauber widersetzen, während ich stumm und tatenlos zusehen musste, wie die beiden die magischen Angriffe der Prieseterin und des anderen Zauberers abwehrten und ihrerseits versuchten, die beiden zu vernichten. Auch unsere Kämpfer konnten nich helfen, da sie entweder selbst im Spinnennetz gefangen waren, oder nicht an denen vorbeikamen, die den Eingang blockierten. Erst nach und nach, gelang es uns anderen, uns zu befreien und ebenfalls ins Kampfgeschehen einzugreifen. Schließlich konnten wir die beiden aber doch überwinden. Nachdem die schlimmsten Wunden versorgt waren, lies ich die Kobolde laufen. Auch wenn sie nicht zu den Kreaturen des Lichts gehören mögen, hätten sie so ein Schicksal, wie die Priesterin für sie vorgesehen hatte, wohl kaum verdient. Das Ammulet der Prieserin nahm ich an mich. Zum einen konnten wir damit zeigen, dass wir unseren Auftrag ausgeführt hatten, zum Anderen wird es mir helfen, den Orden von meinem Vorankommen zu überzeugen.
Da bald darauf hinter den Wänden aufgeregte Stimmen zu hören waren, verliesen wir die Kammer auf dem selben Weg, auf dem wir gekommen waren. Der Rückweg zur Taverne brachte keine neuen Probleme. Nun sind wir hier und warten. Unser mysteriöser Freund hat uns versprochen bis morgen Mittag Informationen für uns zu haben. Ich hoffe, dass wir all die s nicht umsonst auf uns genommen haben. Wobei ich doch zugeben muss dass beide Aufgaben einen guten Kern hatten.
Dies soll erst einmal der Bericht für heute sein. Ich werde mich jetzt zu den anderen begeben und versuchen mich bei einem Glas Met zu entspannen. Vielleicht werde ich auch mal ein paar Worte mit Minzen reden, der die letzten Tage noch mürrischer als sonst war. Vielleicht plagen ihn ja immer noch seine Kopfschmerzen.
Da der Hierophant ein sehr gelehrter Mann zu sein scheint, hielt ich es für ratsam, ihn zu bitten, sich den Streikolben anzusehen, den ich aus Cyrics Tempel geborgen hatte. Zudem vermutete ich, dass er, falls dieser Gegenstand, dessen heilige Aura ich so stark spüren kann, in den lokalen Legenden verwurzelt ist, ihn mit größerer Wahrscheinlichkeit wiedererkennen würde, als die Gelehrten meines Ordens, die, wie ich glaube, zwar eine struckturiertere Ausbildung als dieser Druide genossen haben haben dürften, deren Schwerpunkt jedoch, wie ein Großteil des Streben meines Ordens auf die religiösen Belange südlicherer Gefilde gelegt worden sein dürfte.